- →Dofollow ist kein Attribut, sondern der Default: Ein Link ohne rel-Qualifier überträgt PageRank. Wer rel=dofollow in ein Angebot schreibt, disqualifiziert sich technisch.
- →Für klassische Rankings bleibt der followed redaktionelle Link die Währung. Für KI-Sichtbarkeit sind Nofollow-Links laut Semrush (September 2025) mit 0,340 zu 0,334 praktisch gleichwertig.
- →Top-10-Profile liegen laut Searchlab (2026) bei rund 60 zu 40 Dofollow zu Nofollow. Mehr als 80 Prozent followed Links gelten als unnatürliches Muster.
- →Ankertexte sind der größere Risikofaktor: Über 15 Prozent Exact-Match erhöht die Abstrafungswahrscheinlichkeit um das 3,2-Fache (Ahrefs Link Quality Study 2025).
- →Spam-Updates entziehen Link-Spam-Gewinne dauerhaft, ein Cleanup holt sie nicht zurück (Search Engine Land). Dosierung, Kontext und Ankerdisziplin schützen besser als jede Attributs-Taktik.
Dofollow: das Attribut, das es nicht gibt
Es gibt kein rel=dofollow. Nicht in der HTML-Spezifikation, nicht in der Google-Dokumentation, nirgends. Ein Link ist «dofollow», wenn sein rel-Attribut schlicht keinen Qualifier enthält: kein nofollow, kein sponsored, kein ugc. Der Begriff beschreibt also die Abwesenheit eines Signals, nicht dessen Anwesenheit. Wer in einem Linkangebot rel=dofollow als technische Zusage liest, weiß sofort, mit welchem Kenntnisstand die Gegenseite arbeitet. Der Default des Webs ist follow: Jeder redaktionelle Link, den ein Autor ohne Hintergedanken setzt, überträgt PageRank und Ankertext-Signal.
Genau diese Default-Logik macht den unqualifizierten Link zur Währung des Netlinkings. Google hat die Attribute nofollow, sponsored und ugc eingeführt, um bezahlte und nutzergenerierte Links aus dieser Währung herauszunehmen. Der Algorithmus behandelt alle drei inzwischen als Hinweise, nicht mehr als strikte Direktiven, so dokumentiert es Google in den Search-Central-Richtlinien zu ausgehenden Links. In der Praxis bedeutet das: Ein qualifizierter Link kann trotzdem gewertet werden, und ein unqualifizierter kann ignoriert werden, wenn Quelle, Kontext oder Muster nicht überzeugen.
Für den schnellen Einstieg fasst dieses Video die Definition kompakt zusammen:
Die Abgrenzung zum Nofollow-Link und seiner heutigen Rolle ist deshalb keine binäre Frage von «zählt» gegen «zählt nicht» mehr, sondern eine Wahrscheinlichkeitsfrage. Ein followed Link aus einem redaktionellen, thematisch passenden Kontext hat die höchste Wahrscheinlichkeit, voll gewertet zu werden. Alles andere liegt auf einem Spektrum, dessen Gewichtung Google bewusst nicht offenlegt.
Dofollow erkennen: Quelltext, Tools, Fallstricke
Der einzig belastbare Check läuft über den gerenderten DOM, nicht über den rohen Quelltext. Immer mehr Publisher setzen rel-Attribute per JavaScript, Consent-Layer oder Tag-Manager nachträglich. Ein View-Source-Blick zeigt dann einen followed Link, den der Crawler so nie zu sehen bekommt, oder umgekehrt. In der Praxis: Element im Browser inspizieren, das a-Tag im gerenderten DOM prüfen. Browser-Erweiterungen wie die NoFollow-Extension für Chrome markieren qualifizierte Links farblich und beschleunigen Audits erheblich, ersetzen bei kritischen Deals aber nicht den manuellen DOM-Check.
Der zweite Fallstrick liegt eine Ebene höher. Ein Link kann auf Link-Ebene unqualifiziert sein und trotzdem nichts übertragen, weil die Seite selbst per Meta-Robots-Anweisung, per X-Robots-Tag oder schlicht mangels Indexierung aus dem Spiel genommen wurde. Wer Links einkauft, prüft deshalb drei Ebenen: das rel-Attribut am Link, die Robots-Signale der Seite und die tatsächliche Indexierung der URL. Aus eigener Audit-Erfahrung ist die dritte Ebene die am häufigsten übersehene: Eine nicht indexierte Seite überträgt keinen messbaren Wert, egal wie sauber das a-Tag aussieht.
Wie sich die beiden Linktypen im Detail unterscheiden, zeigt dieses Video anschaulich:
In den gängigen Tools ist die Erkennung trivial: Ahrefs und Semrush flaggen nofollow, sponsored und ugc in jedem Backlink-Report, der followed-Anteil eines Profils lässt sich in Sekunden filtern. Interessant wird es erst bei der Interpretation. Ein Report voller followed Links aus Foren-Signaturen und Kommentarspalten ist kein starkes Profil, sondern eine Altlast. Die Attributsfrage ist der Anfang der Analyse, nie ihr Ergebnis.
Der SEO-Wert 2026: PageRank, Hints und KI-Suche
Für das klassische Google-Ranking bleibt der followed Link das Transportmittel für PageRank und thematische Autorität. Daran hat sich strukturell nichts geändert, und wer die Ranking-Mechanik ernst nimmt, baut seine Netlinking-Strategie weiterhin um redaktionelle, unqualifizierte Links aus indexierten, thematisch relevanten Umfeldern. Die Frage ist nicht mehr, ob followed Links wirken, sondern welche und in welchem Rhythmus.
Eine Randnotiz, die in Audits regelmäßig Geld kostet: Auch interne Links sind followed by default, und das sogenannte PageRank-Sculpting per Nofollow auf interne Links ist seit der Umstellung auf das Hint-Modell endgültig sinnlos. Das Attribut leitet den Linkwert nicht um, es verbrennt ihn schlicht. Wer interne Navigation mit Nofollow versieht, verschenkt Substanz ohne Gegenwert.
Neu ist die zweite Dimension. Eine Semrush-Korrelationsstudie über 1.000 Domains vom September 2025 misst zwischen Dofollow-Backlinks und Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen eine Pearson-Korrelation von 0,334, zwischen Nofollow-Backlinks und derselben Sichtbarkeit 0,340. Die Werte sind praktisch identisch. Für ChatGPT, AI Overviews und vergleichbare Systeme zählt offenbar, dass eine Marke in glaubwürdigen Quellen vorkommt, nicht, welches rel-Attribut der Link trägt. Wer 2026 noch jede Nofollow-Platzierung reflexhaft ablehnt, optimiert für die Suche von 2015.
Dieses Video ordnet den Wert beider Linktypen für die Suchmaschinenoptimierung ein:
Unsere Lesart nach zehn Jahren Betrieb eigener Medien: Es sind zwei Budgets. Das Ranking-Budget fließt in followed Links aus starken redaktionellen Kontexten, weil nur dort PageRank verlässlich ankommt. Das Sichtbarkeits-Budget darf Nofollow-Quellen mit hoher Zitierwahrscheinlichkeit einschließen: Fachmedien, Verzeichnisse mit echter Nutzung, starke UGC-Plattformen. Wer beides in einen Topf wirft, kann am Ende weder das eine noch das andere sauber messen.
Dofollow im Netlinking-Alltag: Verhältnis, Einkauf, Steuerung
Die Frage nach dem richtigen Verhältnis beantwortet der Markt inzwischen mit Daten. Die Statistik-Kompilation von Searchlab (2026, auf Basis von Semrush-Daten) beziffert den Durchschnitt der Top-10-Rankings auf rund 60 Prozent Dofollow zu 40 Prozent Nofollow und beobachtet, dass Profile im Band von 55 bis 65 Prozent followed Links besser abschneiden als solche, die fast ausschließlich aus Dofollow bestehen. Wichtig ist die Leserichtung: Das Verhältnis ist eine Diagnose, kein Ziel. Niemand sollte Nofollow-Links «nachkaufen», um eine Quote zu treffen. Ein natürlich gewachsenes Profil landet von allein in diesem Korridor.
Beim Einkauf gilt Googles Richtlinie unverändert: Bezahlte Links sollen rel=sponsored tragen. Der Markt ignoriert das flächendeckend, und es wäre unehrlich, so zu tun, als wäre das anders. Das reale Risiko sitzt allerdings nicht im einzelnen followed Link, sondern im Muster, das viele davon zusammen erzeugen. Wer Links direkt beim Betreiber der Medien einkauft, ohne Zwischenhändler und ohne versteckte Provision, kontrolliert Kontext, Ankertext und redaktionelles Umfeld selbst, statt sie einer anonymen Lieferkette zu überlassen. Wir sehen das im Eigenbetrieb unserer 28 Medien täglich: Derselbe followed Link wirkt völlig unterschiedlich, je nachdem ob er in einem intern verfassten Fachartikel steht oder in einem austauschbaren Gastbeitrag neben acht anderen Kauflinks.
Die dritte Stellgröße ist die Zeit. Ein Burst von zwanzig followed Links in zwei Wochen auf eine junge Domain erzeugt genau das Wachstumsmuster, das Spam-Systeme beobachten. Eine über mehrere Monate kalibrierte Kampagne verteilt dieselben Links so, dass die Kurve wie redaktionelles Wachstum aussieht, weil sie es dann auch ist. Dosierung schlägt Volumen, in jedem Audit, das wir gesehen haben.
Typische Fehler: Muster, die Spam-Updates triggern
Der häufigste Fehler ist die Monokultur. Nach der Searchlab-Auswertung 2026 stuft Google ein Backlink-Profil mit mehr als 80 Prozent followed Links als unnatürlich ein, mit realem Risiko einer manuellen Maßnahme. Dieselbe Quelle zitiert die Ahrefs Link Quality Study 2025: Profile mit mehr als 15 Prozent Exact-Match-Ankern werden 3,2-mal häufiger von Penguin-artigen Abstrafungen getroffen als diversifizierte Profile. Die Diversifizierung der Ankertexte ist damit keine Stilfrage, sondern Risikomanagement.
Die Praxis hat das längst eingepreist. Eine Umfrage von editorial.link unter 518 SEO-Experten (2025) zeigt: 41,7 Prozent bevorzugen Partial-Match-Anker, 25,1 Prozent Exact-Match, 20,5 Prozent Brand-Anker. Der Berufsstand hat sich mehrheitlich vom harten Money-Anker verabschiedet, und die Nachzügler liefern die Abstrafungsbeispiele.
Zweiter Fehler: Spam-Updates unterschätzen. Das August-2025-Spam-Update lief laut Search Engine Land vom 26. August bis zum 22. September 2025, das Juni-2026-Update wurde am 25. Juni 2026 angekündigt. Entscheidend ist ein Detail, das Search Engine Land explizit festhält: Ranking-Gewinne aus entwerteten Links kommen auch nach einem Cleanup nicht zurück, sie sind dauerhaft entfernt. Ein Link-Spam-Verlust ist keine Delle, sondern ein Reset. Genau deshalb lohnt sich der ehrliche Weg von Anfang an, etwa über redaktionell eingebettete Sponsored-Artikel in Medien, deren Kennzahlen öffentlich einsehbar sind, statt über Linkfarmen, deren Wert ein einziges Update auslöschen kann.
Dritter Fehler, subtiler: das eigene Profil nie von außen lesen. Wer quartalsweise den followed-Anteil, die Ankerverteilung und die Wachstumskurve gegen die eigene Branche benchmarkt, sieht Drift, bevor ein Algorithmus sie sieht. Die Tools dafür existieren, die Daten sind da. Was in den meisten Audits fehlt, ist schlicht die Routine.
Nautilinks betreibt ein eigenes Netzwerk redaktioneller Medien. In-House verfasste Artikel, Transparenzhinweise beachtet, Ankertext-Mix kalibriert.
Häufige Fragen
Überträgt ein Nofollow-Link 2026 wirklich keinen Ranking-Wert?
Offiziell behandelt Google nofollow inzwischen als Hinweis, nicht als Direktive. Der Algorithmus darf solche Links also werten, tut es für den klassischen PageRank-Fluss aber nach allem, was messbar ist, selten. Für KI-Sichtbarkeit sieht es anders aus: Die Semrush-Studie vom September 2025 misst für Nofollow-Links eine Korrelation von 0,340 mit der Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen, minimal höher als für Dofollow (0,334). Pauschal wertlos ist ein Nofollow-Link damit sicher nicht mehr.
Gibt es ein ideales Dofollow-Nofollow-Verhältnis, das ich aktiv ansteuern sollte?
Ansteuern nein, kennen ja. Searchlab (2026) beziffert den Durchschnitt der Top-10 auf etwa 60 zu 40, und Profile mit über 80 Prozent followed Links gelten als unnatürlich. Aber das Verhältnis ist ein Symptom natürlichen Wachstums, kein Hebel. Wer gezielt Nofollow-Links kauft, um eine Quote zu treffen, erzeugt nur ein neues künstliches Muster. Sinnvoller: redaktionelle followed Links aufbauen und die Nofollow-Links dort entstehen lassen, wo Erwähnungen organisch passieren.
Funktioniert ein gekaufter Link ohne rel=sponsored überhaupt noch, oder erkennt Google das sofort?
Er funktioniert, sonst gäbe es den Markt nicht. Google erkennt keine einzelne Transaktion, sondern Muster: Wachstumskurven, Ankerverteilungen, wiederkehrende Quellennetze, Seiten voller thematisch fremder Kauflinks. Die Spam-Updates von August 2025 und Juni 2026 zielen laut Search Engine Land genau auf solche Muster. Das operative Fazit: Nicht der einzelne followed Link ist das Risiko, sondern ein Profil, das in Summe wie eingekauft aussieht. Kontext, Dosierung und Ankerdisziplin entscheiden.
Warum zeigt Ahrefs followed Links, die offensichtlich nichts bewegen?
Weil Tools Attribute lesen, nicht Wertung. Ahrefs sieht das a-Tag, Google entscheidet nach Kontext, Qualität und Historie der Quelle, ob der Link überhaupt in die Berechnung eingeht. Eine nicht indexierte Seite, ein entwertetes Linknetzwerk oder eine Quelle, die ein Spam-Update getroffen hat, liefern followed Links ohne Wirkung. Search Engine Land weist zudem darauf hin, dass einmal entzogene Link-Gewinne dauerhaft entfernt bleiben. Der Backlink-Report ist Inventar, kein Wirkungsnachweis.
Sind kostenlose Dofollow-Quellen wie Verzeichnisse, Foren oder Blog-Kommentare noch etwas wert?
Als Ranking-Hebel praktisch nichts. Kommentar- und Forenlinks tragen heute meist rel=ugc oder nofollow, und die wenigen followed Reste stammen aus unmoderierten Umfeldern, deren Nachbarschaft mehr schadet als der Link nützt. Was bleibt: eine Handvoll kuratierter Branchenverzeichnisse mit echter Nutzung, eher für lokale Sichtbarkeit und KI-Erwähnungen als für PageRank. Wer «kostenlose gute Backlinks» sucht, sucht in Wahrheit publizierbare Inhalte, die Redaktionen freiwillig verlinken.
Prüfen Sie Ihr Wissen
Quiz: Dofollow
1/3Was macht einen Link technisch zu einem Dofollow-Link?