- →Sitelinks sind kein Markup und kein Antrag: es gibt weder ein Schema dafür noch ein Tool zur manuellen Auswahl, nur indirekte Einflussnahme über Struktur, interne Anker und Markenstärke.
- →Die Sitelinks-Suchbox ist seit dem 21. November 2024 weltweit verschwunden, die Regel nositelinkssearchbox archiviert. Bestehendes WebSite/SearchAction-Markup ist Altlast, keine Optimierung.
- →Der Gewinn ist Flächenanteil in der SERP, nicht Position: ein Ergebnis mit ausgeklapptem Sitelink-Block verdrängt Wettbewerber nach unten, ohne dass sich das Ranking selbst verändert.
- →Google Ads Sitelinks sind Assets und vollständig steuerbar, organische nicht. Google nennt 15 % mehr Conversions, wenn die Asset-Qualität von Poor auf Excellent steigt (interne Daten, 15. bis 20. August 2025).
- →September 2025 ist ein Messbruch: seit dem Wegfall von &num=100 sind historische Sichtbarkeitsvergleiche und Impressionsreihen aus der Search Console nicht mehr sauber mit älteren Zeiträumen vergleichbar.
- →Sitelinks entfernen heißt fast immer, die betroffene Seite aus dem Index oder aus der Navigation zu nehmen. Ein weicher Regler existiert nicht mehr, deshalb ist noindex hier ein grobes Werkzeug mit Nebenwirkungen.
Was Sitelinks im Betrieb wirklich sind
Sitelinks sind die zusätzlichen Links, die Google unter einem Suchergebnis ausklappt, fast immer bei einer Marken- oder Navigationsanfrage: Kategorieseiten, Login, Kontakt, Blog. Es gibt kein Markup dafür, kein Formular, keinen Antrag. Google baut diesen Block algorithmisch aus dem, was es über die Struktur einer Website und über das Klickverhalten der Internetnutzer weiß. Wer Sitelinks als etwas verkauft, das sich einrichten lässt, hat den Mechanismus nicht verstanden oder verkauft bewusst eine Illusion.
Operativ interessant sind sie aus einem einzigen Grund: sie verschieben Flächenanteile in der Ergebnisseite. Ein Treffer mit ausgeklapptem Sitelink-Block nimmt vertikal den Platz mehrerer gewöhnlicher Ergebnisse ein und drückt alles darunter unter die Falz. Das ist ein Verdrängungseffekt, kein Ranking-Gewinn. Die Position ändert sich nicht, der Anteil an der sichtbaren Fläche schon, und genau das ist bei Marken-Suchanfragen der Unterschied zwischen einer sauberen Brand-SERP und einer, auf der Vergleichsportale und Wettbewerber mitverdienen.
Zweite Präzisierung, die in vielen deutschsprachigen Ratgebern noch fehlt: die Sitelinks-Suchbox ist tot. Google kündigte die Abschaffung am 21. Oktober 2024 an, das Feature verschwand weltweit am 21. November 2024, die Dokumentation wurde entfernt und die Regel nositelinkssearchbox archiviert (Schema App, 2024). Das betrifft ausschließlich die Suchbox innerhalb des Ergebnisses, nicht die gewöhnlichen Sitelinks, die weiterhin ausgespielt werden. Wer 2026 noch Zeit in WebSite/SearchAction steckt, um damit irgendetwas in der Suche auszulösen, pflegt Altlast: eine Abwertung gibt es dafür nicht, eine Wirkung aber auch nicht. In einem technischen Audit gehört der Block auf die Liste der Dinge, die man entweder aus anderen Gründen behält oder ersatzlos streicht.
Wichtig ist auch, was Sitelinks nicht sind: sie sind kein Qualitätssiegel. Eine Website bekommt sie, weil ihre Struktur eindeutig ist und weil es für eine bestimmte Anfrage genau eine offensichtliche Antwortdomain gibt, nicht weil Google den Inhalt für besonders gut hält.
Wie Google die Auswahl 2026 trifft
Die ehrliche Antwort lautet: niemand außerhalb von Google kennt die Gewichtung, und es gibt aus den letzten zwölf Monaten keinen dokumentierten Hinweis, dass sich daran etwas geändert hätte. Der Changelog von Google Search Central verzeichnet in diesem Zeitraum keine sitelink-spezifische Änderung, und die großen Releases waren breite Core Updates: 11. bis 29. Dezember 2025, 27. März bis 8. April 2026 und 21. Mai bis 2. Juni 2026 (Search Engine Land). Keines dieser Updates kam mit einer sitelink-bezogenen Empfehlung. Wer nach einem Core Update Sitelinks verliert, hat in aller Regel ein Qualitäts- oder Prominenzproblem auf Seitenebene, keinen neuen Rankingfaktor gegen sich.
Was in der Praxis reproduzierbar korreliert, ist banal und deshalb unbeliebt: eine flache Hierarchie, in der die wichtigen Einstiegsseiten höchstens zwei Klicks von der Startseite entfernt liegen. Stabile kanonische URLs, die sich nicht bei jedem Relaunch verschieben. Seitentitel, die kurz, unterscheidbar und ohne Keyword-Ballast sind, denn Google kürzt Sitelink-Labels aggressiv und braucht dafür einen brauchbaren Ausgangstext. Und eine konsistente interne Verlinkung, in der dieselbe Seite überall mit demselben beschreibenden Anker angesteuert wird, statt einmal als Leistungen, einmal als Angebot und einmal als Mehr erfahren.
Der zweite Block an Signalen liegt außerhalb der Website: Google zeigt Sitelinks vor allem dann, wenn die Anfrage eindeutig navigational ist, also wenn die Marke als Entität etabliert genug ist, dass die Suchintention keine Alternative zulässt. Junge Domains ohne Markenvolumen und ohne externe Erwähnungen bekommen deshalb oft jahrelang keine Sitelinks, egal wie sauber die Navigation ist. Das ist der Punkt, an dem sich Architekturarbeit und Autoritätsarbeit berühren: Markenerwähnungen und thematisch passende redaktionelle Links bauen genau die Entitätssignale auf, die eine Anfrage überhaupt erst navigational machen. Wer prüfen will, in welchem Umfeld solche Erwähnungen entstehen können, findet in dem öffentlich einsehbaren Medienverzeichnis Themenzuordnung und Konditionen ohne Registrierung.
Was es dagegen nicht gibt: eine manuelle Auswahl, einen Sitelink-Schematyp, einen dokumentierten Schwellenwert. Das alte Demote-Werkzeug aus der früheren Search Console ist seit Jahren verschwunden und wurde nie ersetzt. Alles, was heute verkauft wird als Methode, Sitelinks zu erzwingen, ist Einflussnahme, keine Steuerung.
Organische Sitelinks und Google Ads Sitelinks
Die beiden Dinge tragen denselben Namen und haben fast nichts miteinander zu tun. In Google Ads sind Sitelinks Assets: man legt sie an, schreibt Linktext und Beschreibungszeilen selbst, ordnet sie Konto, Kampagne oder Anzeigengruppe zu und misst sie einzeln. Das ist vollständige Kontrolle, mit dem üblichen Preis, dass die Ausspielung trotzdem vom Algorithmus abhängt. Google beziffert in seiner aktuellen Hilfe zu Sitelink-Assets 15 % mehr Conversions, wenn sich die Anzeigenqualität von Responsive Search Ads samt Sitelinks von Poor auf Excellent verbessert, gestützt auf interne Daten aus dem Zeitraum 15. bis 20. August 2025. Diese Zahl gilt für bezahlte Anzeigen und lässt sich auf organische Sitelinks nicht übertragen.
Dynamische Sitelinks sind der Sonderfall, den kaum jemand sauber behandelt: Google generiert sie automatisch aus Seiten der Website, wenn es glaubt, dass sie zur Anfrage passen, ohne dass man Text oder Ziel bestimmt. Für große Kataloge mit tiefer, gepflegter Struktur ist das ein billiger Zugewinn an Anzeigenfläche. Für Lead-Gen-Konten mit dünnen Unterseiten ist es ein Risiko: die Anzeige verlinkt dann auf eine Seite ohne Formular, die Klicks kosten Geld und konvertieren nicht. Unsere Haltung dazu ist eindeutig: dynamische Sitelinks bleiben an, wo jede verlinkbare Seite auch eine Conversion tragen kann, und werden abgeschaltet, sobald das nicht mehr stimmt.
Ein Punkt, der in Agenturgesprächen regelmäßig falsch verkauft wird: bezahlte Sitelinks beeinflussen die organischen nicht. Google Ads erzeugt keine Signale, die in die organische Auswahl einfließen. Wer Sitelinks in der organischen Marken-SERP will, kauft dafür keine Anzeigen, sondern arbeitet an Struktur und Markenbekanntheit.
Messen, vergleichen und wieder entfernen
Die Search Console kennt keine Sitelink-Dimension. Man misst sie also indirekt: über die Klickrate der eigenen Markenanfragen im Leistungsbericht und über die Frage, welche Unterseiten bei genau diesen Anfragen Klicks bekommen. Steigt die Zahl der Unterseiten, die auf Brand-Queries Klicks sammeln, ist der Sitelink-Block aktiv. Bricht sie ein, ohne dass die Position der Startseite gefallen ist, hat Google den Block reduziert oder ganz zurückgezogen.
Bei historischen Vergleichen ist Vorsicht geboten. Zwischen etwa dem 10. und 14. September 2025 hat Google den Parameter &num=100 abgeschaltet, mit dem Werkzeuge bis dahin hundert Ergebnisse in einer einzigen Abfrage einsammeln konnten. Seitdem sind dafür rund zehn Anfragen nötig, was Datenerhebung teurer und lückenhafter macht, und viele Websites sahen in der Search Console einen Impressionsrückgang ohne entsprechenden Traffic-Verlust (Locomotive Agency, 2025). Für die Praxis heißt das: September 2025 ist eine Bruchstelle in der Zeitreihe. Ein Vorher-Nachher-Vergleich über dieses Datum hinweg misst zuerst die Messmethode und erst danach die Sichtbarkeit.
Der umgekehrte Fall, unerwünschte Sitelinks, wird in der Ratgeberliteratur fast vollständig ignoriert, obwohl er häufiger vorkommt als gedacht: die alte Karriereseite, das archivierte Webinar, ein Login-Bereich, der in der Marken-SERP nichts verloren hat. Ein weicher Regler dafür existiert nicht mehr. Die einzige zuverlässige Methode ist, die Seite aus dem Index zu nehmen, und die noindex-Anweisung ist hier ein grobes Werkzeug: die Seite verschwindet vollständig, samt aller Impressionen, die sie sonst noch eingebracht hätte. Der mildere Weg ist strukturell: die Seite aus der Hauptnavigation nehmen, interne Links darauf reduzieren, den Titel entschärfen. Das wirkt langsamer, oft über mehrere Wochen, kostet aber keine Sichtbarkeit an anderer Stelle.
Fehler aus der Audit-Praxis
Der teuerste Fehler ist, Sitelinks zum Ziel zu erklären. Sie sind ein nachlaufender Indikator: sie erscheinen, wenn Struktur und Markenstärke stimmen, und sie verschwinden, wenn eines von beidem kippt. Ein Quartalsziel daraus zu machen führt dazu, dass Budget in Navigationsumbauten fließt, während das eigentliche Problem, nämlich zu wenig Markenvolumen und zu wenig externe Erwähnungen, unberührt bleibt.
Direkt danach kommt die Navigationsinflation. Wir sehen regelmäßig Hauptmenüs mit achtzehn oder zwanzig Einträgen, gebaut in der Annahme, mehr Auswahl erhöhe die Chance auf Sitelinks. Der Effekt ist das Gegenteil: die Signale verteilen sich, keine Seite ist mehr prominent genug, Google findet keine eindeutige Rangfolge und zeigt gar nichts. Sechs bis acht klar unterscheidbare Einstiegspunkte funktionieren in unseren Audits durchweg besser als zwanzig.
Dritter Klassiker: Keyword-Stuffing in Navigationslabels. Ein Menüpunkt, der Günstige Sitelinks Agentur Berlin heißt, wird als Sitelink-Label entweder gekürzt oder gar nicht erst gewählt. Google braucht dort kurze, sprechende Begriffe, keine Suchphrasen.
Und schließlich die Budgetfrage. Ein Sitelink-Block bringt Fläche auf einer Anfrage, die man ohnehin gewinnt, nämlich der eigenen Marke. Er bringt keinen einzigen neuen Besucher auf einer generischen Anfrage. Wer zwischen einem Navigationsprojekt und einer Autoritätskampagne wählen muss, sollte wissen, was ein redaktioneller Beitrag in unserem Netz tatsächlich kostet, bevor er drei Monate Entwicklungszeit in ein Menü investiert. Bei den französischen Redaktionsmedien, die wir selbst betreiben, haben wir denselben Verlauf mehrfach beobachtet: Sitelinks erschienen nicht, als die Navigation aufgeräumt wurde, sondern erst, als die Marke genug externe Erwähnungen hatte, um als eigenständige Entität erkannt zu werden. Die Struktur war die Voraussetzung, nicht der Auslöser.
Nautilinks betreibt ein eigenes Netzwerk redaktioneller Medien. In-House verfasste Artikel, Transparenzhinweise beachtet, Ankertext-Mix kalibriert.
Häufige Fragen
Lassen sich Sitelinks anfordern oder erzwingen?
Nein. Es gibt kein Markup, kein Formular und seit dem Wegfall des alten Demote-Werkzeugs auch keine Möglichkeit, einzelne Sitelinks abzulehnen. Google trifft die Auswahl algorithmisch. Alles, was man tun kann, ist die Voraussetzungen schaffen: flache Hierarchie, stabile kanonische URLs, kurze unterscheidbare Titel, konsistente interne Anker und genug Markenbekanntheit, damit die Anfrage überhaupt als navigational gilt. Jedes Angebot, das Sitelinks garantiert, verkauft etwas, das der Anbieter nicht liefern kann.
Warum erscheinen Sitelinks fast nur bei Markenanfragen?
Weil Google den Block nur dann anzeigt, wenn die Anfrage eindeutig auf eine einzige Domain zielt. Bei einer generischen Anfrage konkurrieren zehn plausible Antworten, ein ausgeklappter Sitelink-Block würde neun davon unter die Falz drücken und die Ergebnisqualität senken. Bei einer Markenanfrage dagegen ist die Zielseite unstrittig, und die zusätzlichen Links verkürzen den Weg des Nutzers. Deshalb ist Markenaufbau der wirksamste indirekte Hebel auf Sitelinks.
Wie bekomme ich eine unerwünschte Seite aus den Sitelinks, ohne sie zu deindexieren?
Über die Prominenz. Die Seite aus der Hauptnavigation und aus Footer-Blöcken entfernen, interne Links darauf auf das Nötigste reduzieren, den Seitentitel weniger markant formulieren. Das wirkt über mehrere Crawl-Zyklen, oft einige Wochen, und kostet keine Impressionen an anderer Stelle. noindex wirkt schneller und zuverlässiger, nimmt die Seite aber vollständig aus der Suche. Diesen Weg nur gehen, wenn die Seite ohnehin keinen organischen Wert hat.
Bringt das alte WebSite/SearchAction-Markup noch etwas?
Für die Suche nicht. Die Sitelinks-Suchbox wurde am 21. Oktober 2024 abgekündigt und verschwand weltweit am 21. November 2024, die Dokumentation ist entfernt und die Regel nositelinkssearchbox archiviert (Schema App, 2024). Bestehendes Markup verursacht keine Abwertung, löst aber nichts mehr aus. Behalten Sie es nur, wenn es intern anderweitig genutzt wird, etwa von einem eigenen Parser. Ansonsten gehört es in einem technischen Audit auf die Streichliste, ohne Ersatz.
Wann sind dynamische Sitelinks in Google Ads sinnvoll und wann schädlich?
Sinnvoll bei großen, gepflegten Katalogen, in denen praktisch jede Unterseite eine Conversion tragen kann und die manuelle Pflege aller Assets unrealistisch wäre. Schädlich bei Lead-Gen-Konten mit dünnen Nebenseiten: Google verlinkt dann auf eine Seite ohne Formular, der Klick wird bezahlt und führt zu nichts. Die Faustregel ist einfach: einschalten, solange jede verlinkbare Seite ein Ziel hat, abschalten, sobald das nicht mehr gilt.
Kann ich den Sitelink-Anteil in der Search Console vergleichen?
Nur indirekt und nur mit Vorsicht. Es gibt keine Sitelink-Dimension, als Näherung dient die Zahl der Unterseiten, die auf Markenanfragen Klicks bekommen. Bei Zeitvergleichen ist September 2025 eine Bruchstelle: mit dem Wegfall von &num=100 zwischen dem 10. und 14. September sahen viele Websites einen Impressionsrückgang in der Search Console ohne entsprechenden Traffic-Verlust (Locomotive Agency, 2025). Vergleiche über dieses Datum hinweg messen zuerst die Methodik.
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