SEO-Glossar · Architektur

Siloing

SEO-Architekturmethode, die eine Website in abgeschotteten thematischen Silos organisiert. Die Seiten eines Silos verlinken nur zu anderen Seiten desselben Silos, um den PageRank zu konzentrieren und eine starke Thematisierung zu signalisieren. Vorläufer des Themen-Clusters, auf sehr großen Multi-Themen-Websites noch nützlich.

Auf einen Blick Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Das Siloing ist eine SEO-Architekturmethode, die eine Website in abgeschotteten thematischen Silos organisiert. Die Seiten eines Silos verlinken nur zu anderen Seiten desselben Silos.
  • Ziel: den PageRank innerhalb jedes Silos zu konzentrieren und Google eine starke Thematisierung der Website zu signalisieren.
  • Strengere Methode als das Themen-Cluster, das Brücken zwischen Silos erlaubt, wenn die Relevanz es rechtfertigt.
  • Auf sehr großen Multi-Themen-Websites noch nützlich, aber auf modernen redaktionellen Websites weitgehend vom Themen-Cluster abgelöst.
3 Fragen, um Ihr Wissen zu prüfen Erst lesen, das Quiz wartet am Seitenende.
Schema eines Themen-Silos: eine zentrale Silo-Seite, verbunden mit ihren Unterseiten, die nur untereinander verlinken.
Siloing teilt die Website in dichte Themenblöcke: Jedes Silo behält seinen PageRank intern. Eine starrere Methode als der semantische Kokon.

Definition des Siloings

Das Siloing ist eine in den 2000er Jahren populär gewordene SEO-Architekturmethode für die redaktionelle Gestaltung. Sie besteht darin, eine Website in abgeschotteten thematischen Silos zu organisieren, das heißt in Gruppen von Seiten, die innerhalb desselben Silos untereinander verlinken, aber nicht auf die Seiten anderer Silos verlinken.

Das Ziel ist zweifach. Zunächst den PageRank innerhalb jedes Silos zu konzentrieren: Die Linkkraft zirkuliert zwischen den Seiten desselben Themas, ohne sich zu den anderen Themen der Website zu verdünnen. Anschließend Google ein starkes Thematisierungssignal zu senden: Die starre Struktur zeigt der Suchmaschine an, dass die Website diese Themen wirklich vertieft abdeckt, ohne Zerstreuung.

Checkliste der Siloing-Regeln: hierarchische interne Links, Abschottung zwischen Silos, Silokopf, URL-Struktur, Netlinking auf die Einstiegspunkte.
Die Prinzipien, die ein abgeschottetes Themensilo definieren.

Die Prinzipien

Das Siloing beruht auf drei strukturierenden Regeln. Die erste: Innerhalb eines Silos verlinken die Seiten untereinander in einer hierarchischen Logik (Mutterseite zu Tochterseiten, Tochterseiten zur Mutterseite). Die zweite: kein direkter Link zwischen Seiten unterschiedlicher Silos, selbst wenn die semantische Relevanz es rechtfertigen könnte. Die dritte: Die Startseite und die institutionellen Seiten können auf die Silo-Köpfe verlinken, aber ohne die interne Isolation zu brechen.

Diese Starrheit ist das Markenzeichen des strikten Siloings. Sie stützt sich auf die Idee, dass Google die thematische Kohärenz einer Website anhand der Kohärenz ihres internen Linkgraphen interpretiert. Je kompartimentierter der Graph, desto klarer das Signal thematischer Spezialisierung, was sich besonders auszahlt, wenn parallel eine Netlinking-Kampagne mit thematischem Siloing die externen Links auf die Silo-Köpfe lenkt.

Wie baut man Silos

Der Aufbau beginnt mit der Identifikation der unterschiedlichen Hauptthemenfelder der Website. Auf einer Multi-Themen-Website werden diese Themenfelder zu den Silos. In einem E-Commerce sind das oft die Hauptproduktkategorien. In einem Medium die redaktionellen Rubriken.

Für jedes Silo definiert man dann eine Silo-Kopfseite, das Äquivalent der Pillar-Seite im Themen-Cluster. Diese Seite behandelt das Thema des Silos breit und erhält Links von allen anderen Seiten des Silos. Die sekundären Seiten des Silos hierarchisieren sich um diese Kopfseite.

Die URL-Architektur spiegelt idealerweise die Silos mit einer Struktur vom Typ /thematisches-silo/tochter-seite/ wider. Diese Praxis erleichtert das Lesen des Graphen durch die Crawler, ist aber nicht zwingend, wenn die interne Verlinkung der Silo-Logik folgt.

Dreistufiger Prozess: Themen identifizieren, Silo-Startseite festlegen, untergeordnete Seiten und interne Verlinkung strukturieren.
Von der Themenkartierung zur internen Verlinkung des Silos.

Grenzen der Methode

Das strikte Siloing wirft mehrere konkrete Probleme auf. Zunächst beeinträchtigt es die Nutzererfahrung. Wenn ein Leser auf einer Seite ankommt und ein angrenzendes Thema relevant zu erwähnen wäre, verbietet es das Siloing. Diese Starrheit widerspricht den modernen guten redaktionellen Praktiken.

Anschließend hat sich Google weiterentwickelt. Die modernen Algorithmen schätzen die reale semantische Kohärenz mehr als die formale Kohärenz des Linkgraphen. Eine Website, die ihre Themen wirklich vertieft abdeckt, kann Brücken zwischen Silos tolerieren, ohne an wahrgenommener thematischer Relevanz zu verlieren.

Schließlich wird das Siloing auf sich entwickelnden Websites unhandhabbar. Eine Querseite hinzuzufügen, ein Thema unter einem anderen Winkel neu zu behandeln, ein neues Silo zu schaffen: All das erfordert eine Überarbeitung einer als stabil gedachten starren Architektur.

Siloing versus Themen-Cluster

Das Themen-Cluster, die neuere von Laurent Bourrelly entwickelte Methode, ist eine natürliche Weiterentwicklung des Siloings. Es behält dessen zentrale Idee bei (den PageRank nach Thema zu konzentrieren), lockert aber die Regel der Abschottung. Innerhalb einer Schicht verlinken die Schwesterseiten untereinander, was eine dichtere und natürlichere Verlinkung schafft. Zwischen Clustern sind moderate Brücken erlaubt, wenn die semantische Relevanz es rechtfertigt.

In der Praxis ist das Cluster natürlicher zu bauen und robuster gegenüber den Entwicklungen von Google. Das strikte Siloing behält seine Anhänger, aber vor allem auf sehr großen Multi-Themen-Websites, wo die Isolation zwischen sehr unterschiedlichen Themen (zum Beispiel Finanzen und Kochen auf derselben Domain) relevant bleibt. Für die meisten modernen redaktionellen Websites hat das Themen-Cluster das Siloing ersetzt.

In die Praxis umsetzen?

Nautilinks betreibt ein eigenes Netzwerk redaktioneller Medien. In-House verfasste Artikel, Transparenzhinweise beachtet, Ankertext-Mix kalibriert.

Preise ansehen → Backlinks kaufen
BD
Benoit Demonchaux Gründer · Nautilinks

Gründer und Betreiber von Nautilinks. Redigiert und schreibt das redaktionelle Glossar der Website sowie die Inhalte, die im Nautilinks-Netzwerk redaktioneller Medien veröffentlicht werden.

Häufige Fragen

Ist Siloing 2026 noch aktuell?

Teilweise. Die Grundlogik (den PageRank nach Thema zu konzentrieren) bleibt relevant. Aber das strikte Siloing wird zunehmend vom Themen-Cluster abgelöst, das flexibler ist und besser von den Entwicklungen von Google toleriert wird. Das reine Siloing behält seine Anhänger auf sehr großen Multi-Themen-Websites, wo die strikte Isolation der Silos die Kannibalisierung zwischen verschiedenen Themen verhindert.

Wie viele Silos braucht man auf einer Website?

Das hängt von der thematischen Vielfalt der Website ab. Eine Mono-Themen-Website braucht keine Silos, sie funktioniert vollständig als ein einziges Cluster. Eine Multi-Themen-Website (E-Commerce mit mehreren unterschiedlichen Kategorien, generalistisches Medium mit getrennten Rubriken) profitiert von so vielen Silos wie Hauptthemen.

Müssen URLs die Silos widerspiegeln?

Es ist eine gute Praxis, aber keine algorithmische Verpflichtung. Eine URL in /finanzen/immobilienkredit/ signalisiert dem Crawler eine thematische Hierarchie. Aber Google stützt sich heute hauptsächlich auf die Verlinkung und den Inhalt, um die Silos zu verstehen, nicht allein auf die URL. Eine flache URL-Struktur funktioniert auch, wenn die interne Verlinkung korrekt aufgebaut ist.

Erzwingt Siloing einen einzigen externen Link pro Silo?

Nein, das ist eine Karikatur. Die strikte Regel verbietet Links zwischen Silos, nicht externe Links zu anderen Websites. Ein Silo kann zu so vielen externen Quellen verlinken wie relevant. Was das Siloing auszeichnet, ist die Isolation zwischen Silos derselben Website, nicht die Isolation gegenüber dem gesamten Web.

Kann man Siloing und Themen-Cluster hybridisieren?

Ja, das ist sogar im Jahr 2026 die gängige Praxis. Man behält eine makroskopische Silo-Struktur für die großen unterschiedlichen Themenfelder, lockert aber die Verlinkungsregeln innerhalb jedes Silos, indem man Links zwischen Schwesterseiten erlaubt. Das nennt man manchmal Siloing mit Cluster-Maschen oder hybride Struktur.

Quiz

Prüfen Sie Ihr Wissen

Quiz: Siloing

1/3

Was ist der Hauptunterschied zwischen Siloing und einem Themen-Cluster?

Newsletter

GEO- und SEO-Analysen sowie Netzwerk-Fallstudien per E-Mail

Maximal ein- bis zweimal pro Monat. Keine Füller. Abmeldung mit einem Klick.

Mit dem Abonnement erklären Sie sich einverstanden, unsere E-Mails zu erhalten. Siehe unsere Datenschutzerklärung.