SEO-Glossar · Ranking

Google Image Pack

Wenn eine Seite auf Position 6 steht und Google über den blauen Links eine Reihe Thumbnails einblendet, verschiebt sich der ganze Klickfluss der Ergebnisseite. Das Image Pack ist kein Bonus für hübsche Fotos, sondern ein eigener Ranking-Kanal: die Bild-URL rankt, die Trägerseite erbt den Klick. Wer das trennt, misst 2026 sauberer.

Auf einen Blick Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Das Image Pack ist ein Modul in der normalen Ergebnisseite, nicht der Bilder-Tab und schon gar nicht Google Fotos: es rankt die Bild-URL, der Klick landet auf der Trägerseite.
  • Laut seoClarity-Auswertung (Januar 2024 gegen Dezember 2025) stiegen Image-Pack-Einblendungen innerhalb der Top 10 um 48,5 Prozent, während die Zahl der auslösenden Queries insgesamt um 8 Prozent fiel: der Block belohnt Seiten, die ohnehin konkurrenzfähig sind.
  • Google hat am 1. Juli 2026 in der Search-Central-Dokumentation klargestellt, dass für Thumbnails sowohl schema.org-Auszeichnung als auch das og:image-Meta-Tag herangezogen werden. Wer beide gegeneinander laufen lässt, überlässt die Auswahl dem Zufall.
  • Der Search-Console-Loggingfehler lief vom 13. Mai 2025 bis zum 27. April 2026 und verfälschte Impressionen, CTR und Durchschnittsposition. Klicks blieben korrekt. Jahresvergleiche über dieses Fenster hinweg sind als Beweis wertlos.
  • Bilder werden aus dem src-Attribut des img-Tags extrahiert (Google, 16. April 2025). Lazy-Loading-Konstrukte, die nur ein Datenattribut befüllen, sind der häufigste stille Ausschlussgrund.
  • Image-Pack-Plätze folgen der topischen Substanz der Seite. Ein Bild ohne tragfähigen Kontext gewinnt sie nicht zurück, auch nicht mit perfekter Auszeichnung.
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Dreistufiges Schema, das die Kette bis zur Anzeige eines Image Packs zeigt: Bewertung der visuellen Absicht der Suchanfrage, Extraktion der Bilder über das Attribut src, dann Einbindung des Vorschaubild-Blocks in die klassischen Websuchergebnisse.
Das Pack wird durch die Absicht der Suchanfrage ausgelöst, nicht durch Bilder auf der Seite.

Was das Image Pack wirklich ist

Das Image Pack ist ein Bilderblock, der mitten in den klassischen Textergebnissen erscheint, in der Regel als Reihe von Vorschaubildern mit Quellenangabe. Drei Dinge werden hier ständig verwechselt, und die Verwechslung kostet in Audits echte Zeit: Google Fotos ist eine private Mediathek ohne jeden Bezug zur Suche, der Bilder-Tab ist eine eigene Suchvertikale mit eigenem Interface, und das Image Pack ist ein Modul innerhalb der normalen Ergebnisseite. Wer über Image-Pack-Optimierung spricht, meint fast immer den dritten Fall, misst aber häufig den zweiten.

Die operative Besonderheit: was rankt, ist die Bild-URL, nicht die Seite. Der Klick führt trotzdem auf die Trägerseite, weil Google die Bildvorschau an das Dokument bindet, in dem sie eingebettet ist. Daraus folgt eine Konsequenz, die viele Bild-SEO-Anleitungen unterschlagen: eine Seite kann im Image Pack sichtbar sein, ohne in den Top 10 der Textergebnisse zu stehen, und umgekehrt kann eine Top-3-Seite den Bilderblock komplett an einen schwächeren Wettbewerber verlieren. Es sind zwei Ranking-Prozesse mit unterschiedlichen Signalen, die sich in einer einzigen Ergebnisseite überlagern.

Der Block ist außerdem positionsbeweglich. Er kann über dem ersten organischen Ergebnis stehen, zwischen Position drei und vier, oder unterhalb eines hervorgehobenen Snippets. Für die Klickverteilung ist das entscheidender als die eigene Position: ein Image Pack oberhalb des ersten Treffers schiebt die gesamte Textliste nach unten und verschiebt CTR-Erwartungen um mehrere Prozentpunkte, ohne dass sich am Ranking irgendetwas geändert hätte. Wer Rankingverluste diagnostiziert, ohne die SERP-Features derselben Query zu erfassen, misst Rauschen.

Checkliste der technischen Bedingungen, damit eine Seite für das Bilderpaket infrage kommt: Bild im src-Attribut, einheitliche URLs, Übereinstimmung zwischen schema.org und og:image, eigenes Bildmaterial, Messung im Suchtyp Bild der Search Console.
Man erzeugt die Funktion nicht, man wird dafür geeignet, wenn es sie gibt.

Wie der Block 2026 tatsächlich funktioniert

Die Auslösung ist intentgetrieben. Google blendet Bilder ein, wenn die Query eine visuelle Erwartung trägt: Produkte, Anleitungen mit sichtbarem Ergebnis, Orte, Personen, Vergleiche von Formen und Farben. Bei rein abstrakten oder transaktionalen Anfragen bleibt der Block aus. Das ist keine Vermutung, sondern ein Muster, das jede Query-Erhebung über einen größeren Keyword-Satz reproduziert.

Interessanter ist die Bewegung der letzten zwei Jahre. Eine Auswertung von seoClarity im Research Grid, die Januar 2024 mit Dezember 2025 vergleicht, zeigt eine Zunahme der Image-Pack-Einblendungen innerhalb der ersten zehn organischen Positionen um 48,5 Prozent, bei gleichzeitigem Rückgang der auslösenden Queries über alle Positionen hinweg um 8 Prozent. Dieselbe Erhebung findet den Block auf Mobilgeräten knapp 13 Prozent häufiger als auf dem Desktop. Zusammengelesen heißt das: der Bilderblock wird seltener, aber dort, wo er erscheint, konzentriert er sich auf Seiten, die ohnehin konkurrenzfähig sind. Image-Pack-Arbeit an einer Seite, die auf Position 40 dümpelt, ist verschwendete Zeit. An einer Seite auf Position 5 bis 9 ist sie einer der wenigen verbliebenen Hebel, die ohne neue Inhalte funktionieren.

Auf der technischen Seite hat Google die Dokumentation zuletzt in einer Richtung präzisiert, die alte Bastellösungen bestraft. Am 16. April 2025 stellte Search Central klar, dass Bilder aus dem src-Attribut des img-Tags extrahiert werden. Am 12. Mai 2025 kam der Hinweis, Bild-URLs seiteweit konsistent zu referenzieren, um das Crawling großer Sites zu erleichtern. Und am 1. Juli 2026 ergänzte Google die Leitlinie zum bevorzugten Bild: für die Auswahl des Thumbnails in Suche und Discover werden sowohl schema.org-Auszeichnung als auch das og:image-Meta-Tag herangezogen. Wenn Artikelmarkup, Open-Graph-Tag und das visuell dominante Bild der Seite drei verschiedene Dateien benennen, trifft Google die Wahl, nicht die Redaktion.

Parallel verschiebt sich der Ort, an dem Bilder überhaupt gefunden werden. Google kündigte am 15. Juli 2026 eine neue, durchstöberbare Google-Bilder-Startseite an: eine in Echtzeit aktualisierte, auf Interessen personalisierte Galerie mit gespeicherten Sammlungen als Tabs, zunächst für Desktop-Nutzer in den USA auf Englisch. Im selben Zug erschien in der Google-App ein Bilder-Icon mit personalisiertem Tagesfeed für Android und iOS in den USA. Der Jubiläumsbeitrag zu 25 Jahren Google Bilder dokumentiert außerdem das visuelle Fan-out in Lens und AI Mode, also das Zerlegen einer Bildsuche in Dutzende Teilanfragen. Bild-SEO hört damit auf, ein Wettlauf um ein Thumbnail in einer Textsuche zu sein, und wird zur Frage, ob ein Bild in personalisierten Galerien, in Lens-Ergebnissen und in generativen Oberflächen überhaupt auffindbar ist. Wer die Mechanik dahinter kennt, erkennt sie als denselben Zerlegungsvorgang wie beim Aufspalten einer Suchanfrage in generativen Systemen.

Messung: das Jahr, in dem die Search Console log

Hier liegt der wichtigste operative Punkt für 2026, und er wird in fast jeder Bild-SEO-Anleitung übergangen. Der Loggingfehler der Google Search Console betraf Impressionen vom 13. Mai 2025 bis zum 27. April 2026, also rund 50 Wochen. Google gab an, dass Impressionen, CTR und Durchschnittsposition betroffen waren, Klicks dagegen nicht. Die Korrektur wirkt nur nach vorn, historische Daten wurden nicht bereinigt. Für Bildsuche und Image Pack war das besonders folgenreich, weil in diesem Zeitraum Impressionsanomalien genau in der Bildvertikalen beobachtet wurden.

Praktische Regel daraus: jeder Vorjahresvergleich zu Bild-Impressionen oder Bild-CTR, der dieses Fenster berührt, ist als Beweis unbrauchbar. Nutzbar bleiben Klicks, Landingpage-Sessions aus der Analytics-Seite, SERP-Captures aus einem Rank-Tracker und Search-Console-Daten ab dem 27. April 2026. Wer einem Kunden im Herbst 2026 einen Anstieg der Bildsichtbarkeit mit einem Jahresvergleich belegt, belegt hauptsächlich einen reparierten Zähler. Wie stark sich die beiden Datenquellen unterscheiden, zeigt der Vergleich von Search Console und GA4 ohnehin bei jedem Audit.

Für laufendes Tracking empfiehlt seoClarity in seiner Anleitung von Januar 2026 vier Größen: ob ein Keyword überhaupt ein Image Pack auslöst, die Position der eigenen Domain innerhalb des Packs, den Anteil der Domain an allen Image-Pack-Ergebnissen, und die Veränderung dieser Werte über die Zeit. Das ist die richtige Granularität. Eine reine Ranking-Zahl ohne Feature-Erfassung sagt über Bildersichtbarkeit nichts aus.

Zweispaltiger Vergleich, der das Image Pack, ein in die klassischen Websuchergebnisse eingefügtes Modul, den beiden Objekten gegenüberstellt, mit denen es verwechselt wird: dem Google-Images-Tab, einer eigenständigen Suchoberfläche, und Google Fotos, einem persönlichen Speicherdienst.
Das Pack ist eine Anleihe aus dem Bildindex, eingefügt in eine allgemeine SERP, nichts weiter.

Wo das Image Pack in einer SEO-Operation zählt

Zwei Anschlusspunkte sind real, alles andere ist Beiwerk. Erstens: originale Bilder sind das billigste verwertbare Asset einer Digital-PR-Aktion. Eine eigene Grafik, ein eigenes Diagramm, eine eigene Aufnahme wird zitiert und verlinkt, ein Stockfoto nicht. Wer Datenvisualisierungen produziert, sammelt Verweise auf die Trägerseite ein und besetzt nebenbei den Bilderblock der Query. Zweitens: der Bilderblock ist ein Nebenertrag topischer Substanz, kein Ersatz dafür. Google beschrieb das Core Update vom März 2026, das global vom 27. März bis zum 8. April 2026 lief und 12 Tage und 4 Stunden dauerte, als reguläre Aktualisierung zur Anhebung relevanter Inhalte. Bildspezifische Ranking-Hinweise gab es dazu keine. Genau das ist die Aussage: Bildersichtbarkeit folgt der Seitenqualität, nicht umgekehrt.

Daraus folgt eine Budgetregel, die wir bei der Priorisierung von Kampagnen konsequent anwenden. Bildoptimierung ist Fleißarbeit mit begrenztem Deckel, Autorität ist der teure Teil. Wenn eine Seite thematisch trägt und auf Seite eins steht, holt eine saubere Bildstrecke messbaren Zusatzklick. Wenn sie das nicht tut, gehört das Geld in Inhalte und Verweise, und ein Blick auf die öffentlichen Preise pro Medium macht diese Abwägung in fünf Minuten rechenbar. In den französischen Redaktionsmedien, die wir im Eigenbetrieb führen, wird jede Illustration intern erzeugt statt aus einer Stockdatenbank gezogen, aus genau diesem Grund: ein Bild, das auf zweitausend anderen Seiten liegt, gewinnt keinen Platz im Pack, und ein Medium, das nur Stockmaterial führt, ist visuell nicht unterscheidbar. Wer die Medien vorab nach Substanz statt nach Kennzahl sortieren will, findet den Katalog samt Themen und Traffic offen einsehbar.

Was in Audits regelmäßig schiefgeht

Der mit Abstand häufigste stille Ausschluss ist Lazy Loading, das ausschließlich ein Datenattribut befüllt und src leer oder mit einem Platzhalter belegt lässt. Google extrahiert aus src, das steht seit dem 16. April 2025 explizit in der Dokumentation. Ein modernes Frontend mit Intersection Observer und Platzhalter-Pixel kann eine komplette Bildbibliothek unsichtbar machen, ohne dass ein einziger Fehler in einem Report auftaucht. Prüfen lässt sich das nur im gerenderten HTML, nicht im Quelltext des Frameworks.

Zweiter Klassiker: wechselnde Bild-URLs. Ein CDN, das bei jedem Deploy einen neuen Hash in den Pfad schreibt, setzt die Historie jedes Bildes bei null zurück. Googles Hinweis vom 12. Mai 2025 zur konsistenten Referenzierung liest sich harmlos, beschreibt aber genau dieses Problem auf großen Sites. Dritter Klassiker: Alt-Texte, die mit Keywords vollgestopft statt beschreibend sind. Der Alt-Text ist eine Beschreibung des Bildinhalts, kein Anker. Vierter: Bilderverzeichnisse, die per robots.txt gesperrt sind, meist als Altlast aus einer Traffic-Sparmaßnahme, die nie zurückgenommen wurde.

Und ein konzeptioneller Fehler, der teurer ist als alle vier zusammen: Bildseiten ohne Kontext bauen. Isolierte Bildergalerien, Seiten mit zwanzig Fotos und vierzig Wörtern Text, automatisch erzeugte Bild-URLs ohne Trägerdokument. Diese Konstrukte holten vor fünf Jahren gelegentlich Sichtbarkeit, heute fallen sie unter dünne Inhalte und werden bei der nächsten breiten Aktualisierung eingesammelt. Ein Bild rankt, weil die Seite darum herum etwas erklärt, was jemand wissen wollte. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.

In die Praxis umsetzen?

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BD
Benoit Demonchaux Gründer · Nautilinks

Gründer und Betreiber von Nautilinks. Redigiert und schreibt das redaktionelle Glossar der Website sowie die Inhalte, die im Nautilinks-Netzwerk redaktioneller Medien veröffentlicht werden.

Häufige Fragen

Wie trenne ich in der Search Console Traffic aus dem Image Pack von Traffic aus dem Bilder-Tab?

Sauber lässt sich das nicht trennen. Der Suchtyp Bild in der Leistungsansicht bündelt beides, weil Google in beiden Fällen ein Bildergebnis ausliefert. Wer die Herkunft wirklich braucht, ergänzt Rank-Tracker-Daten mit Feature-Erfassung: welche Query löst ein Image Pack aus, steht die eigene Domain darin. Erst der Abgleich dieser Liste mit den Klickdaten liefert eine belastbare Zuordnung, und auch die bleibt eine Näherung.

Bringt ImageObject-Auszeichnung eine Aufnahme ins Image Pack?

Sie erhöht die Aufnahmechance nicht direkt, steuert aber die Auswahl. Google ergänzte am 1. Juli 2026 in Search Central, dass für Thumbnails in Suche und Discover sowohl schema.org-Markup als auch das og:image-Tag ausgewertet werden. Auszeichnung entscheidet also darüber, welches Bild einer Seite genommen wird, nicht ob die Seite überhaupt erscheint. Das Ob hängt an Relevanz, Bildqualität und der Substanz der Trägerseite.

Lohnt sich der Aufwand noch, wenn immer weniger Queries einen Bilderblock auslösen?

Ja, aber selektiv. Die seoClarity-Auswertung Januar 2024 gegen Dezember 2025 zeigt beides gleichzeitig: 8 Prozent weniger auslösende Queries insgesamt, 48,5 Prozent mehr Einblendungen innerhalb der Top 10. Der Block wandert dorthin, wo eine Seite ohnehin konkurrenzfähig ist. Also erst den Keyword-Satz auf Image-Pack-Auslösung filtern, dann nur die Seiten bearbeiten, die auf Seite eins oder knapp darunter stehen.

Welches Bild nimmt Google, wenn mehrere in Frage kommen?

Google gleicht die Kandidaten ab und bevorzugt, was mehrfach übereinstimmend signalisiert wird: das Bild aus dem strukturierten Markup, das og:image und das visuell dominante Element der Seite. Widersprechen sich diese drei, entscheidet Google. Aus eigener Audit-Erfahrung ist das der schnellste Gewinn bei Redaktionsseiten: eine Datei pro Artikel festlegen, in allen drei Ebenen identisch referenzieren, URL über Deploys hinweg stabil halten.

Kann ein Image-Pack-Platz einen Rankingverlust in den Textergebnissen ausgleichen?

Teilweise, und nur bei visueller Suchintention. Der Block liegt oft oberhalb der ersten organischen Position und fängt dort Klicks ab, die sonst an den Texttreffer gingen. Als Kompensation für einen Absturz nach einem breiten Update taugt er trotzdem nicht: das Core Update vom März 2026 lief vom 27. März bis 8. April global durch, ohne bildspezifische Ranking-Hinweise. Bildersichtbarkeit folgt der Seitenqualität, sie ersetzt sie nicht.

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