- →Die operative Prüffrage ist nicht «was ist auf dem Bild zu sehen», sondern «funktioniert der Absatz noch, wenn ich das Bild durch diesen Text ersetze».
- →Ein leeres alt-Attribut ist eine bewusste Aussage (Bild überspringen), ein fehlendes ist ein Defekt: Screenreader lesen dann oft den Dateinamen vor.
- →Google hat Alt-Text zuletzt klar der Barrierefreiheit zugeordnet und nicht als direkten Ranking-Hebel bestätigt, für Bildindexierung und Sichtbarkeit in der Bildersuche bleibt er entscheidend.
- →Neu ist die KI-Ebene: laut der ImageSEO-Analyse von 40 E-Commerce-Sites aus Q3 2025 waren Produkte mit leerem Alt-Text in KI-gestützten Shopping-Suchen weitgehend unsichtbar.
- →Der größte Hebel liegt selten im Feinschliff, sondern bei den komplett fehlenden Attributen: eine ImageSEO-Auditreihe von Ende 2024 über rund 3 000 Bilder verortete dort etwa 80 % der messbaren Wirkung.
- →Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch für viele private Anbieter, damit wird der Alternativtext für Shops und Buchungsstrecken zur Compliance-Frage, nicht zur Kür.
Alt-Text ist ein Ersatz, keine Beschreibung
Der häufigste Fehler in Audits ist konzeptionell, nicht technisch. Teams beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist, statt zu formulieren, was der Text leisten muss, wenn das Bild nicht geladen wird. Der HTML-Standard definiert das alt-Attribut als textuelle Alternative zum Bild, nicht als zweite Bildunterschrift. Die operative Prüffrage lautet deshalb: wenn ich diese Grafik entferne und den Alternativtext an ihre Stelle setze, trägt der Absatz dann immer noch dieselbe Information? Wer so denkt, schreibt automatisch bessere Alt-Texte, ohne eine Checkliste zu brauchen.
Zweite Klarstellung, weil sie in fast jedem Briefing falsch steht: es heißt Alt-Attribut, nicht Alt-Tag. Das Tag ist <img>, alt ist eines seiner Attribute. Das klingt pedantisch, hat aber Folgen für die Arbeitsweise. Wer von einem Tag spricht, behandelt den Alt-Text als eigenständiges SEO-Feld, das man am Ende noch befüllt. Wer von einem Attribut spricht, behandelt ihn als Teil des Inhalts, in den das Bild eingebettet ist. Nur die zweite Haltung führt zu Texten, die im Kontext funktionieren.
Daraus folgt die wichtigste Unterscheidung überhaupt, und sie entscheidet über die Hälfte aller Fehler: informative gegen dekorative Bilder. Ein Produktfoto, ein Diagramm, ein Screenshot mit Zahlen, eine Infografik tragen Inhalt und brauchen einen Alternativtext. Ein Hintergrundverlauf, eine Trennlinie, ein Icon neben einem ohnehin beschrifteten Link tragen keinen Inhalt und brauchen ein leeres Attribut, geschrieben als alt="". Dieses leere alt ist eine Aussage und kein Versäumnis: es weist den Screenreader an, das Bild zu überspringen. Ein fehlendes Attribut dagegen sagt der Software gar nichts, und dann liest sie im Zweifel den Dateinamen vor. Der Unterschied zwischen alt="" und gar keinem alt ist der Unterschied zwischen Stille und Rauschen.
Ebenso sauber zu trennen ist der Alternativtext von den beiden Nachbarn, mit denen er in Redaktionssystemen ständig verwechselt wird. Die Bildunterschrift ist sichtbarer Text für alle Nutzer und darf pointiert, wertend oder erzählend sein. Das title-Attribut erzeugt einen Tooltip, wird von Screenreadern uneinheitlich behandelt und ist in der Praxis fast immer verzichtbar. Der Alt-Text ist der einzige der drei, der eine Funktion ersetzt statt eine hinzuzufügen. Wer die Bildunterschrift eins zu eins ins alt kopiert, produziert für blinde Nutzer eine doppelte Vorlesung derselben Zeile.
Wie Suchmaschinen und KI-Systeme Alt-Text 2026 verwerten
Die ehrliche Version der SEO-Wirkung ist unspektakulärer, als Agenturfolien es gern hätten. Google hat zuletzt bestätigt, dass der Alternativtext in erster Linie der Barrierefreiheit dient und kein direkter Ranking-Faktor für die Websuche ist, gleichzeitig aber sehr wohl beeinflusst, ob ein Bild sauber indexiert wird und in der Bildersuche auftaucht, sofern er beschreibend und relevant ist (skyseodigital, 2026). Das ist kein Widerspruch, sondern eine Zuständigkeitsverteilung: das alt-Attribut ist der wichtigste Textkanal, über den eine Suchmaschine das Bild dem umgebenden Inhalt zuordnet. Der Effekt taucht deshalb in Bild-Impressionen auf, nicht in einem Positionssprung der Textseite.
Größenordnungen dazu: eine Best-Practice-Auswertung von altaudit aus 2026, die auf Backlinko- und Search-Engine-Journal-Daten von 2024 aufsetzt, nennt 72 % der Bilder im Web ohne brauchbaren Alt-Text, 15 bis 40 % der Bilder auf typischen Sites ganz ohne alt-Attribut und einen Faktor 8,2 mehr Impressionen in der Google-Bildersuche für Bilder mit optimiertem Alternativtext. Der letzte Wert ist ein Verhältnis zwischen zwei sehr ungleichen Gruppen und taugt nicht als Prognose für die eigene Site, er zeigt aber die Richtung: das Delta entsteht fast vollständig zwischen «kein Text» und «brauchbarer Text», nicht zwischen «brauchbar» und «perfekt».
Dieses kurze Video ordnet die Rolle von Alt-Text in der Bilderoptimierung ein, bevor wir zur KI-Ebene kommen.
Interessanter als die klassische Bildersuche ist inzwischen die zweite Verwertungskette. Ein Alt-Text-Trendreport von altaudit aus 2026 zitiert eine Semrush-Auswertung zu KI-Suchtrends von 2025, nach der Inhalte mit Transkripten, Untertiteln und klar beschriebenen Bildern deutlich häufiger in KI-generierten Antworten referenziert werden. Dieselbe Semrush-Datenbasis beziffert den Anteil der KI-Suche auf 12 bis 15 % des globalen Suchvolumens in 2025 und die Reichweite der AI Overviews auf rund zwei Milliarden Nutzer. Der Grund ist banal: ein Sprachmodell, das eine Seite über HTTP abruft, sieht keine Pixel, es sieht Text. Der Alternativtext ist die einzige Stelle, an der ein Bild für dieses Modell überhaupt existiert.
Ein ImageSEO-Leitfaden von 2026 wird konkreter und berichtet, dass ChatGPT im Browsing-Modus, Perplexity und Claude Alt-Texte direkt auslesen. In ihrer Auswertung über 40 E-Commerce-Sites im dritten Quartal 2025 waren Produkte mit leerem Produkt-Alt-Text in KI-gestützten Einkaufssuchen weitgehend unsichtbar. Für Shops ist das die relevanteste Änderung der letzten zwei Jahre. Wer 8 000 Produktbilder mit dem Dateinamen als Alternativtext ausliefert, ist in dieser Abfragekategorie schlicht nicht vorhanden, unabhängig davon, wie gut die Kategorieseiten in der klassischen SERP laufen. Der bereits genannte Trendreport von altaudit weist außerdem darauf hin, dass neuere KI-Systeme weniger danach optimieren, was auf einem Bild ist, sondern danach, warum das Bild auf dieser Seite steht. Kontextbezogener Alt-Text schlägt inventarisierende Bildbeschreibung.
Screenreader, BITV 2.0 und der European Accessibility Act
Technisch ist der Vorgang unspektakulär: JAWS, NVDA oder VoiceOver stoßen im DOM auf ein img-Element, lesen den Wert des alt-Attributs vor und kündigen ihn als Grafik an. Fehlt der Wert, greifen Heuristiken, meist der Dateiname, gelegentlich der umgebende Linktext. Menschen mit Sehbehinderungen bekommen dann Zeichenketten wie IMG-4471-final-v2 vorgelesen. Das ist der Punkt, an dem Alternativtexte aufhören, ein SEO-Thema zu sein: sie entscheiden darüber, ob ein Formular, ein Warenkorb oder eine Buchungsstrecke bedienbar ist. Ein Button, dessen einzige Beschriftung ein Icon ohne Alt-Text ist, ist für einen Screenreader-Nutzer eine Sackgasse.
Normativ hängt das an WCAG 2.1, Erfolgskriterium 1.1.1 zu Nicht-Text-Inhalten auf der niedrigsten Konformitätsstufe A. Niedrigste Stufe heißt: ohne Alternativtexte ist eine Website in keiner Auslegung barrierefrei, egal wie gut Kontraste und Tastaturbedienung sind. In Deutschland setzt die BITV 2.0 diese Anforderung für öffentliche Stellen verbindlich um. Für den privaten Sektor hat sich die Lage mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz geändert, das den European Accessibility Act umsetzt und seit dem 28. Juni 2025 anwendbar ist. Betroffen sind unter anderem Onlineshops, Bankdienstleistungen, Ticketing und E-Books, mit Ausnahmen für Kleinstunternehmen. Wer bis dahin Alt-Texte als optionales Qualitätsmerkmal geführt hat, führt sie jetzt als Pflichtfeld.
Der wirtschaftliche Nebeneffekt ist gut dokumentiert genug, um ihn im Business Case zu nennen, ohne ihn zu überzeichnen. Eine Untersuchung von AccessibilityChecker aus 2026 über mehr als 800 Websites berichtet, dass 73,4 % der untersuchten Sites nach Barrierefreiheitsverbesserungen mehr organischen Traffic verzeichneten, im Mittel 12 % innerhalb von drei Monaten, wobei Alt-Text-Verbesserungen ausdrücklich als einer der wirksamen Faktoren neben anderen Maßnahmen genannt werden. Die saubere Lesart: Barrierefreiheit korreliert mit technischer und redaktionaler Sorgfalt insgesamt. Man kauft sich mit alt-Attributen keine 12 % Traffic, aber Teams, die sie systematisch pflegen, machen auch den Rest richtig.
Gute Alt-Texte schreiben: Länge, Kontext, Entscheidung
Zur Länge kursieren Zahlen zwischen 100 und 250 Zeichen, meist ohne Quelle. Die belastbare Regel ist funktional statt numerisch: so kurz, dass ein Screenreader-Nutzer nicht durch einen Absatz waten muss, und so lang, dass die Information vollständig ist. In der Praxis landen gute Alternativtexte bei ein bis zwei Zeilen. Der Satzbau darf schmucklos sein, Punkt am Ende hilft, weil viele Screenreader dort eine Pause setzen. Der Einstieg mit «Bild von» oder «Grafik zeigt» ist verschwendete Sekunde: die Software kündigt das Element bereits als Grafik an, die Doppelung nervt bei jedem einzelnen Bild.
Das folgende Video zeigt an konkreten Beispielen, wie sich derselbe Sachverhalt gut und schlecht beschreiben lässt.
Drei Fälle decken fast den gesamten Alltag ab. Beim Produktbild im Shop gehört das hinein, was ein Käufer zur Entscheidung braucht und was im Fließtext nicht ohnehin steht, also Modell, Farbe, Material, Perspektive, etwa «Wanderschuh Modell Tarn in Oliv, Seitenansicht, Ledermischung mit Profilsohle». Bei einer Infografik ersetzt der Alternativtext niemals den Datenbestand, er nennt Aussage und Bezugsgröße, und die Details gehören in eine Tabelle oder einen Absatz darunter, der für alle sichtbar ist. Beim dekorativen Hintergrundbild bleibt das Attribut leer. Diese drei Entscheidungen kann eine Redaktion in fünf Minuten lernen, und sie erledigen mehr als jeder Generator.
Zum Keyword-Thema eine klare Position: das Keyword darf im Alt-Text stehen, wenn es die Sache benennt, die tatsächlich abgebildet ist. Es darf nicht dort stehen, weil die Seite darauf ranken soll. Der Test ist einfach, laut vorlesen und prüfen, ob der Satz einem Menschen etwas erklärt. Alles, was sich vorgelesen wie eine Suchanfrage anhört, ist Stuffing, und Suchmaschinen behandeln es seit Jahren entsprechend. Der Alternativtext gehört in dieselbe Sorgfaltskategorie wie ein sauber gesetzter Seitentitel im Quelltext: ein kurzes Feld, das Bedeutung kondensiert und genau deshalb keine Keyword-Halde verträgt.
Häufige Fehler aus der Audit-Praxis
Der teuerste Fehler ist der unspektakulärste, nämlich das komplett fehlende Attribut. Eine ImageSEO-Auditreihe von Ende 2024 über rund 500 Produktseiten mit etwa 3 000 Bildern verortete etwa 80 % der messbaren Wirkung in der frühen Phase allein darin, fehlende alt-Attribute zu ergänzen, also nicht leere, sondern gar nicht vorhandene. Wer ein Budget für Bildoptimierung hat, gibt es zuerst dafür aus und erst danach für Formulierungsqualität. Dieselbe Auswertung merkt an, dass frühere Alt-Text-Arbeit in ihrem Datenbestand von 17,5 Millionen verarbeiteten Bildern oft reines Häkchensetzen war, mit entsprechend viel Luft nach oben, sobald die Texte beschreibend und kontextbezogen wurden.
Zweiter Klassiker sind CMS-Automatismen. WordPress übernimmt beim Upload je nach Konfiguration den Dateinamen oder Bildtitel als Alternativtext, TYPO3 zieht Metadaten aus der Dateiverwaltung, und Shopsysteme setzen gern den Produktnamen für alle acht Ansichten desselben Artikels. Das Ergebnis besteht formal jeden automatisierten Checker und ist inhaltlich wertlos, weil acht identische Alternativtexte weder einem Screenreader noch einem Crawler sagen, welches Bild die Sohle und welches die Schnürung zeigt. Automatisch generierte Alt-Texte aus KI-Werkzeugen haben dasselbe Problem in eleganterer Verpackung: sie beschreiben zuverlässig, was zu sehen ist, und verfehlen zuverlässig, warum das Bild auf dieser Seite steht. Als Vorbefüllung für 5 000 Bilder sind sie brauchbar, als Endzustand für die 50 wichtigsten Seiten nicht.
Zur Größenordnung des Aufräumens: die Agentur Mayfly hat in einer am 26. März 2026 veröffentlichten Auswertung über rund zwei Jahre mehrere Sites getestet und für einen Modeshop in einem achtwöchigen Test gegenüber den vorangegangenen acht Wochen 230 % mehr tägliche Klicks aus der Bildersuche und 33 % mehr Klicks insgesamt gemessen, bei einem breiter aufgestellten Marktplatz 48 % mehr organische Klicks und 500 % mehr Impressionen. Mayfly betont selbst, dass die Wirkung stark nach Branche, CMS und Bildtyp schwankt und am deutlichsten in bildzentrierten E-Commerce-Nischen ausfällt. Für ein B2B-Blog mit Stockfotos ist von diesen Zahlen nichts zu erwarten, und das ehrlich zu sagen gehört zur Beratung.
Alt-Text im laufenden Content- und Netlinking-Betrieb
Im Redaktionsbetrieb ist der Alternativtext kein Optimierungsprojekt, sondern eine Definition of Done. Bei den 50 französischen Redaktionsmedien, die wir bei Nautilinks im Eigenbetrieb führen, läuft die Prüfung vor dem Build und blockiert die Veröffentlichung, wenn ein informatives Bild ohne alt ausgeliefert würde. Der Grund ist weniger idealistisch als praktisch: ein Artikel, der einmal live ist, wird nie wieder angefasst, und Nachrüsten über hunderte Beiträge kostet ein Vielfaches der dreißig Sekunden bei der Erstellung. Wer einen redaktionellen Beitrag bei einem fremden Verlag platziert, sollte dieselbe Anforderung ins Briefing schreiben, denn auf die Bildpflege der Gegenseite hat man danach keinen Zugriff mehr.
Für die Bewertung eines Publishers ist der Umgang mit Alternativtexten außerdem ein brauchbarer Qualitätsindikator, den kaum jemand prüft. Eine Site, deren Bilder durchgehend saubere, kontextbezogene alt-Attribute tragen, wird redaktionell betreut. Eine Site, auf der jedes Bild den Dateinamen im alt hat, wird befüllt. Das ist kein Metrikwert, den ein Werkzeug ausspuckt, aber es ist in zwei Minuten mit der Entwicklerkonsole geprüft und sagt über die Pflegetiefe mehr als mancher Autoritätswert. Wer im öffentlich einsehbaren Verzeichnis unserer Medien stöbert, kann genau das an jedem Titel nachvollziehen, ohne sich vorher registrieren zu müssen.
Und noch eine Verbindung, die in Audits regelmäßig übersehen wird: verlinkte Bilder. Ist ein Bild in einen Link eingebettet und trägt kein alt-Attribut, dann hat dieser Link für Screenreader und für Crawler keinen Ankertext. Der Alternativtext übernimmt in diesem Fall exakt die Funktion, die sonst der Linktext hätte, und beeinflusst damit direkt, wie die interne Verlinkung einer Site gelesen wird. Bildlinks in Teaserlisten, Logo-Links im Header, Kachelnavigationen auf Kategorieseiten sind die üblichen Fundstellen. Das ist die Stelle, an der ein scheinbar reines Barrierefreiheitsthema unmittelbar zu einem Thema der Seitenarchitektur wird, und der Grund, warum Alternativtexte in jedes technische Audit gehören und nicht in einen separaten Accessibility-Anhang.
Nautilinks betreibt ein eigenes Netzwerk redaktioneller Medien. In-House verfasste Artikel, Transparenzhinweise beachtet, Ankertext-Mix kalibriert.
Häufige Fragen
Wenn Google Alt-Text der Barrierefreiheit zuordnet und nicht als Ranking-Faktor bestätigt, warum lohnt die Arbeit dann noch?
Weil zwei andere Kanäle daran hängen. Erstens die Bildindexierung: ohne beschreibenden Alternativtext ordnet die Suchmaschine das Bild dem Seiteninhalt schlechter zu, was sich in Bild-Impressionen niederschlägt. Zweitens die KI-Suche. Ein Modell, das die Seite über HTTP abruft, sieht keine Pixel, sondern Text. Laut einer ImageSEO-Auswertung über 40 E-Commerce-Sites aus Q3 2025 waren Produkte mit leerem Alt-Text in KI-gestützten Einkaufssuchen weitgehend unsichtbar.
Leeres alt-Attribut oder gar kein alt bei dekorativen Bildern, wo ist der praktische Unterschied?
Der Unterschied ist erheblich. Ein leeres Attribut signalisiert dem Screenreader ausdrücklich, dieses Bild zu überspringen, der Nutzer bemerkt es gar nicht. Fehlt das Attribut komplett, greifen Heuristiken, und die Software liest häufig den Dateinamen vor, also Zeichenketten wie IMG-4471-final-v2. Automatisierte Prüfwerkzeuge melden beides unterschiedlich, weshalb ein leeres alt bei Hintergrundgrafiken und Trennelementen die einzig korrekte Lösung ist.
Lohnt sich ein KI-Generator für einen Katalog mit mehreren tausend Bildern?
Als Vorbefüllung ja, als Endzustand nein. Generatoren beschreiben zuverlässig, was auf dem Bild zu sehen ist, und verfehlen ebenso zuverlässig, warum das Bild auf dieser konkreten Seite steht. Ein Alt-Text-Trendreport von altaudit aus 2026 beschreibt genau diese Verschiebung: neuere Systeme bewerten den funktionalen Bezug zum Seiteninhalt höher als die reine Bildbeschreibung. Praktikabel ist Generator für die lange Produktliste, Handarbeit für die Seiten, die Umsatz oder Sichtbarkeit tragen.
Was ändert das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz konkret für einen kommerziellen Shop?
Das Gesetz setzt den European Accessibility Act um und ist seit dem 28. Juni 2025 anwendbar, betroffen sind unter anderem Onlineshops, Bankdienstleistungen, Ticketing und E-Books, mit Ausnahmen für Kleinstunternehmen. Fachlich referenziert es WCAG-Konformität, und Alternativtexte für Nicht-Text-Inhalte stehen dort auf der niedrigsten Konformitätsstufe A. Ohne alt-Attribute ist eine Seite in keiner Auslegung konform, unabhängig davon, wie gut Kontraste und Tastaturbedienung umgesetzt sind.
Wie priorisiere ich, wenn ein Audit 12 000 Bilder mit Mängeln ausweist?
Zuerst die komplett fehlenden Attribute, danach erst Formulierungsqualität. Eine ImageSEO-Auditreihe von Ende 2024 über rund 500 Produktseiten und etwa 3 000 Bilder verortete etwa 80 % der frühen messbaren Wirkung allein im Ergänzen fehlender alt-Attribute. Innerhalb dieser Gruppe zuerst verlinkte Bilder, weil dort der Alternativtext den fehlenden Ankertext ersetzt, dann Produkt- und Kategoriebilder, zuletzt redaktionelle Illustrationen im Archiv.
Darf der Alternativtext identisch mit der Bildunterschrift sein?
Besser nicht. Beide werden von Screenreadern nacheinander ausgegeben, identischer Inhalt bedeutet also eine doppelte Vorlesung derselben Zeile. Sinnvoller ist eine Arbeitsteilung: die Bildunterschrift darf einordnen, kommentieren oder eine Quelle nennen, weil sie für alle sichtbar ist, der Alternativtext beschränkt sich auf die Information, die verloren ginge, wenn das Bild fehlt. Das title-Attribut braucht man in den meisten Fällen gar nicht.
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Quiz: Alt-Text
1/3Was unterscheidet ein leeres alt-Attribut von einem vollständig fehlenden alt-Attribut?